Zimba Überschreitung

Da ich am Glockner leider infektionsbedingt ausgefallen war und die Ärzte (Aucki) mir striktes Sportverbot erteilt hatten, war ich natürlich, wie immer in solchen Situationen, übermotiviert, auf den Berg zu kommen ... Da das Original ja in schlechtem Zustand ist und auch die Anreise zu weit gewesen wäre, konnte ich Thomas, Jörg und Johann motivieren, gemeinsam die Zimba, das Matterhorn Vorarlbergs, zu überschreiten. Das stand immerhin schon lange auf meiner Bucket List (auf Deutsch: Ich hatte es schon lange vor).

Leider fiel Thomas S. diesmal krankheitsbedingt aus (was ist da los? Fangen wir alle an, alt zu werden?), und so trafen wir uns als 3er-Seilschaft in Vandans beim ersten Wanderbus um 07:45 Uhr ins Rellstal. Da die Vorarlberger anscheinend keinen Spaß verstehen, was Mountainbiken im Fahrverbot betrifft, war das eine komfortable Lösung, um den Anmarsch auf ein erträgliches Maß zu verkürzen. Über die Heinrich-Hueter-Hütte erreichten wir bald den Startpunkt des Klettersteigs zur Neyerscharte und über selbigen bald auch selbige.

Der Berg hüllte sich in geheimnisvollen Nebel – doch stiegen wir auch ohne Aussicht in den Ostgrat der Zimba ein und folgten zunächst einer deutschen Seilschaft. Die Kletterei war zunächst gar nicht sooo einfach, wartete aber mit originellen Stellen (Schneckenriss) und immer wieder auch mit längeren Graspassagen auf. Zum Schluss hin wurde es dann doch noch ein bisschen alpin – über den scharfen Grat ging es, nach dem Überholen unserer Vorkletterer, hinauf auf den Gipfel. Dort war Jörg ob unserer unalpinistischen Anreise mittels Wanderbus noch hochmotiviert, diese Scharte auszuwetzen, und schlug den Abstieg über den Nordostgrat, die schöne Sarotlahütte und das Brandnertal vor. Locals soll man nicht widersprechen, und so brachten uns einige Abseilfahrten (ganz oben sollte man, glaube ich, nicht in den Kamin, sondern weiter nach rechts über Platten abseilen) ins Sarotlatal und über wunderschöne Bergwiesen zur Hütte. Dort nahmen wir vor dem weiteren Weg ins Tal noch irgendein Dal-Gericht zu uns und Jörg traf eine ehemalige Arbeitskollegin (O-Ton: „Das waren ja Nachdienste!“ – wir fragen besser nicht zu genau nach ...).

Der Weg hinunter ins Brandnertal war gleichermaßen schön wie weit. Der Bus wäre erst in einer Stunde gefahren – also Autostoppen. Gleich das erste Auto blieb stehen. Gelenkt wurde es von einer sehr netten Sportartikelverkäuferin aus dem Brandnertal („3 Männer – tut’s mir aber eh nix?“), die uns nicht nur hinunter nach Bludenz, sondern sogar bis zurück nach Vandans brachte. Ein wunderschöner Tag im Gebirge – Vorarlberg kann sowohl landschaftlich als auch von den Bewohnern her wärmstens empfohlen werden. Über die strenge Radpolitik sehen wir mal hinweg ...

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