Einblicke und Ausblicke vom Sonnblick Observatorium
Aus allen Himmelsrichtungen ankommend trafen wir uns um 10 Uhr am Samstag nicht bei der Basilika, sondern bereits am Parkplatz Lenzanger in Kolm Saigurn. Der Aufstieg erwies sich als kraftraubend, die Gründe dafür blieben unergründlich. Als treibende Faktoren wurde jedoch der späte Start, die Mittagshitze, die mühsame Steilstufe neben dem Wasserfall am Beginn, die zu steile Spur und die Höhe gegen Ende der Tour ausgemacht. Einmal auf der Rojacherhütte angekommen, wurde rasch klar, dass der gemütlich Aufstieg über den Gletscher nur mehr mit einem Verlust an mühsam gewonnen Höhenmetern verbunden wäre und so wählten wir den schneidigeren Weg über den Grat. Dank Skitrageservice von Jörg und Ulrich wurde die Schlüsselstelle jedoch leichtfüßig überwunden und die letzten Höhenmeter konnten in Angriff genommen werden.
Nach endlosen fünf Stunden waren schließlich alle am Zittelhaus angekommen, wo uns Michael und Gerhard bereits erwarteten. Nach einem erfrischenden Schiwasser und einer historischen Einleitung durch Michael begann dann die Führung durch das kleine aber feine Observatorium. Eine schier unglaubliche Anzahl an Messgeräten liefert Informationen über Wetter, Klima, Strahlung, Spurengase, Aerosole, Pollen, aber auch den Permafrost - hier dürfte das Eigeninteresse des Observatoriums besonders hoch sein. Einige Zeitreihen reichen bis 1886 zurück, nur wenige Tage in den Wirren des 1. Weltkriegs war das Observatorium nicht besetzt, ansonsten gibt es keine Lücken in der Beobachtung. Wir erkundeten alle Bereiche des kompakten Forschungszentrums, vom ursprünglichen, engen und zugigen Turm über den modernen Wohnbereich, die Terrasse bis hin zur Bergstation der Gondel. Der Blick in die Tiefe den drei Seilen entlang - 2 Tragseile und ein Zugseil ermöglichen Fahrten bei bis zu 100 km/h Windgeschwindigkeit - ist wahrhaft schwindelerregend.
Die Nacht auf 3106 m Seehöhe bereitete einigen Kopfweh, nach einem späten Frühstück waren aber alle fit um bei Ankunft der ersten Tagesgäste die lange Abfahrt in Angriff zu nehmen. Der Neuschnee machte sich nur mäßig gut angesichts der milden Temperaturen, die bewölkte Nacht sorgte jedoch glücklicherweise dafür, dass der Pappn immerhin nicht zum Bruchharsch gereift war. Ein Teil der Gruppe nahm noch das Alteck in Angriff, der Gipfel blieb nur Ulrich und einer ihn umhüllenden Windhose vorbehalten.
Es war ein sehr beeindruckendes Gesamterlebnis, danke an Michael für die Organisation! Und alle die neugierig geworden sind: alle Messdaten sind jederzeit hier einsehbar: Daten - GeoSphere Austria - Sonnblick Observatorium Und wer stets tip top über das Sonnblick Observatorium informiert sein will, kann Mitglied im Sonnblick Verein werden!