Großglockner - Stüdlgrat
Initiiert wurde die Tour von Birgit durch eine Buchung von 8 Schlafplätzen auf der Stüdlhütte, die dann jedoch irgendwie übrig geblieben ist. Nach einer Vorlaufphase von An- und Abmeldungen interessierer Teilnehmer, war bis einige Tage davor nicht klar, wer nun endgültig dabei sein wird. Dementsprechend gering waren die Vorbereitungen und Absprechen im Vorfeld.
Schlussendlich brachen sieben Alpinisten in Richtung Osttirol auf. Helli musste kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen, was die kumulierte alpine Erfahrung der Gruppe ganz extrem reduzierte.
Nach einer gemütlichen Anreise starteten wir am frühen Samstagnachmittag den Zustieg zur Stüdlhütte. Das Wetter war großartig, und der Wetterbericht versprach stabile hochsommerliche Bedingungen. Uns erwartete eine große und moderne, dennoch schlicht konzipierte Unterkunft mit freundlichem Personal. Noch vor dem hervorragenden Abendessen beschloss Motivator Jörg undemokratisch die Route - „Wir gehen alle den Stüdlgrat!“ - und sprang damit weniger über seinen eigenen Schatten als über den einiger Tourteilnehmer. Er hatte auch als einziger schon Gipfelerfahrung am Glockner.
Die Tagwache wurde auf 4:00 Uhr und der Start unmittelbar danach festgelegt. Zur Folge musste auf das Frühstück, welches ab 4:30 Uhr gewesen wäre, verzichtet werden.
Die Tagwache wurde auf 4:00 Uhr festgelegt, woraufhin der Start unmittelbar erfolgte. Daher musste auf das für 4:30 Uhr vorgesehene Frühstück verzichtet werden. Ohne besondere Ereignisse wurde der Einstieg zum Stüdlgrat erreicht. Sebastian und Michi bildeten die erste Seilschaft, gefolgt von Silvia und Armin. Jörg machte den Vorstieg für unsere Youngsters Veit und Moritz.
Das Frühstücksplatzl erreichten wir innerhalb der 3h, die als Maximum vorgegeben sind, wenn man vorhat, weiterzusteigen. Von dort sind es noch vermeintlich lächerliche 250HM. Diese haben sich aber noch lange hingezogen. Der dritte Schwierigkeitsgrad war durchaus zuzutrauen, doch die teilweise atemberaubenden Tiefblicke brachten an manchen Kletterstellen die Knie zum Schlottern. Oder war es einfach nur der ständig kräftig wehende Wind, der einen eisigen Windchill bedingte. Dennoch bot uns der Grat einen schönen Ausblick und letzten Endes keine wirklich kritischen Passagen - zumindest aus der Perspektive des geschafften Abschlusses (und eines Nachsteigers).
Gegen elf Uhr standen wir schließlich am höchsten Punkt Österreichs. In diesem Moment überwog vor allem eines: eine unglaubliche Erleichterung, den Grat geschafft zu haben. Gleichzeitig war es überwältigend, von dort oben auf die umliegende Bergwelt hinabzublicken.
Mit dem Gipfel war die Tour allerdings noch lange nicht gemeistert. Schnell stellte sich heraus, dass der Abstieg über den Normalweg zur Adlersruh eine Herausforderung für sich war – angesichts der vielen anderen Bergsteiger, die sich auf dieser Route tummelten. Wir waren uns alle einig, dass der Aufstieg über den Stüdlgrat die richtige Wahl war. Ansonsten stellte der Abstieg vom Kleinglockner über vorwiegend plattiges Gelände und weiter übers Glocknerleitl, welches weitgehend aper war, dank Seilversicherungen kein Problem dar. Die Adlersruh erreichten wir gegen 15:00 (wo war die Zeit geblieben?) und nach einer Pause und einem Getränk machten wir uns auf den weiteren Weg. Michi und Sebastian wählten die Route über das Ködnitzkees, der Rest hielt den Mürztaler Steig (mit Abstieg über den Klettersteig) für die bessere Variante. So oder so ist es ein weiter Weg ins Tal. Erst gegen 20 Uhr waren wir dann vollständig beim Parkplatz am Lucknerhaus versammelt.
Auch wenn Glocknerbesteigungen wohl oft etwas Besonderes sind (höchster Punkt Österreichs und so...), war die bunt zusammengewürfelte Gruppe mit ihrer Dynamik ein wesentlicher Beitrag zu dem Erlebnis und dem Spaßfaktor dieser Tour.
An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass wir diese Unternehmung durch und durch elektrifiziert absolviert haben – mit Zug und Auto. Und irgendwann müssen wir nochmal rauf zur Stüdlhütte, um unser Frühstück zu konsumieren!