August 2001: Bianco-Grat und Tour Ronde Nordwand
Ende der ersten Augustwoche halten es die anderen schließlich nicht mehr aus und wir (Andreas, Helmut, Reinhard und ich) starten, allerdings etwas verspätet, weil ich mit dem Packen doch etwas länger gebraucht habe und Helmut noch seinen Rausch ausschlafen mußte. Um ca. 18 Uhr stehen wir schließlich am Kutschenstand in Pontresina, nur um zu erfragen, daß die letzte Kutsche um 16 Uhr abfährt. So machen wir uns zu Fuß auf den nun 1,5 Stunden längeren Weg auf die Tschierva-Hütte die wir gegen 20.30 erreichen. Das Abendessen ist natürlich schon vorbei, aber die sehr netten Wirte machen uns doch noch eine gute Suppe, die uns mit viel Brot auch halbwegs sättigt. Bald nach dem Essen legen wir uns schlafen, weil wir ja früh wieder aufstehen müssen.
Bianco-Grat
Aber in Pontresina bzw. St. Moritz zu einem reichhaltigen Essen zu kommen, das man sich als Student auch leisten kann, stellt sich als echtes Problem heraus. So beschließen wir nach Davos zu fahren, weil es dort einen McDonalds gibt. Den erreichen wir schließlich um 22.45 (er schließt um 23 Uhr) und können uns so richtig satt essen. An eine Weiterfahrt ist jetzt natürlich nicht mehr zu denken, deshalb parken wir etwas außerhalb von Davos am Straßenrand um zu schlafen. Am nächsten Tag werden wir um ca. 9.30 von zwei netten Polizisten geweckt, die uns darauf aufmerksam machen, daß wild Campen verboten ist, uns aber schließlich nur zur Weiterfahrt auffordern. So schauen wir auf unserer Europakarte nach wie wir am schnellsten nach Chamonix kommen und entschließen uns führ die Route quer durch die Schweiz. Jetzt rächt sich der große Maßstab der Karte, denn unsere Fahrt führt uns über drei Pässe und so kommen wir erst am frühen Abend in Chamonix an. Dort quartieren wir uns nach kurzer Suche am Campingplatz "Le Dru" ein. Am nächsten Morgen kommt dann die Ernüchterung: es regnet in Strömen. Wir verbringen den ganzen Tag im Bus, während unsere Moral auf einen Tiefpunkt sinkt, sodaß schon Gedanken übers heimfahren laut werden. Der Wetterbericht verspricht aber eine Wetterbesserung und so bleiben wir doch noch und beschließen die Tour Ronde zu besteigen. Es wird auch wirklich besser und wir bewältigen den "anstrengenden" Aufstieg auf die Turiner-Hütte (d.h. 50 Hm Abstieg von der Seilbahnstation). Die Hütte ist nicht sehr gemütlich und unsere schweizer Lagernachbarn ("Das Fenster bleibt aber offen, sonst können wir nicht schlafen.") sind eher nervig, deshalb fällt uns der Aufbruch um 5 Uhr nicht ganz so schwer.Tour Ronde Nordwand
Der Abstieg geht zügig vonstatten und so stehen wir bald im Gletscherbecken. Die 500 Hm Gegenanstieg zur Seilbahnstation auf der Aguille di Midi ziehen sich dagegen sehr und sind fast anstrengender als die eigentliche Tour. Als wir endlich die Seilbahn erreicht haben, sind wir uns einig, daß es für diesesmal reicht und wir heimfahren. Aber wir sind uns auch einig, daß wir wieder herkommen müssen, was wir eine Woche später dann auch getan haben.Wolfgang Klier



















